Mutter Natur

Die Natur als Tool zu mehr Vertrauen? Ja! In die Natur zu gehen und sich mit Mutter Natur zu verbinden, ist ein Tool, was leider immer noch stark unterschätzt wird und dabei so wirksam wie Meditation und co. ist! Aber wie wirkt sich die Natur auf uns aus und wie kann sie uns helfen nach einer traumatischen Erfahrung wieder zu uns zu finden und ins Vertrauen zu kommen?

Bestimmt hast du schon mal die Erfahrung gemacht, dass, kaum, dass du am Strand – oder in den Bergen – oder im Wald – bist, du ganz automatisch einen Moment lang innehältst und atmest. Durch die Veränderung in der Atmung schlägt sofort auch dein Herz ruhiger, dein Blutdruck sinkt, deine Muskeln entspannen sich; du kommst im hier und jetzt an. Angespanntheit, Stress und Angst verschwinden und stattdessen finden positive Gefühle ihren Weg an die Oberfläche. Selbst ein paar ruhige Minuten im Wald oder am Strand können schon zu diesem Effekt führen! Da ist etwas, was uns beruhigt: sei es die Weite, die alles in eine andere Perspektive rückt, sei es das beruhige Rauschen der Wellen oder das Wispern der Äste im Wind, sei es die Verbindung die wir spüren, zur Umwelt, zur Natur oder sei es all dies zusammen: in der Natur können wir herunterfahren.

In der Natur sind wir frei. Wir müssen hier niemandem etwas beweisen, wir müssen hier niemandem etwas vormachen. Hier dürfen wir einfach sein, so wie wir sind.


Es gibt mittlerweile tatsächlich einige Studien zu der heilenden Wirkung der Natur – sowohl auf unsere Psyche bezogen als auch auf unseren Körper. Die meisten dieser Studien beziehen sich auf den Wald und auf Bäume, aber auch ein Spaziergang am Strand oder in den Bergen kann dir helfen zu neuer Kraft und Vertrauen zu finden! Die Natur ist so vielseitig: der Anblick eines Berges löst mitunter ganz andere Gefühle aus, als der Anblick des Meeres. Und selbst wenn man nur das Meer betrachtet: es kann aufgepeitscht und wild sein, aber es kann auch ruhig und still daliegen. Welchen Effekt die verschiedenen Landschaften auf dich haben, hängt von deiner eigenen Geschichte ab und mit dem, was du damit verbindest. Aber so oder so hat die Natur, wie auch immer sie aussieht, womit auch immer du sie verbindest eines immer gemeinsam: sie bewertet uns nicht. Und das macht sie so heilsam. In der Natur sind wir frei. Wir müssen hier niemandem etwas beweisen, wir müssen hier niemandem etwas vormachen. Hier dürfen wir einfach sein, so wie wir sind.

Die Natur ist ein einzigartiger und besonderer Freiraum. Hier dürfen wir alle unsere Rollen ablegen. Schon der Philosoph Friedrich Nietzsche sagte: „Wir sind so gern in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat.“ Die Pflanzen und Tiere stellen keine Erwartungen an uns. In unserer Gesellschaft passiert es oft, dass wir auf Grund von den vermeintlichen Erwartungen anderer, Urteile über uns selbst treffen: vielleicht hast du in dir den Glauben, dass man als Frau nur dann etwas wert ist, wenn man Kinder bekommt und deshalb trifft dich deine Fehlgeburt so sehr – du hast in deinen Augen versagt, etwas nicht geschafft. Oder vielleicht denkst du, dass du als Frau immer stark sein musst und nicht traurig sein darfst, weil dir das entweder von den Medien oder deinem sozialen Umfeld so kommuniziert worden ist. Wir alle haben irgendwelche Überzeugungen, die bei genauerer Betrachtung offensichtlicher Quatsch sind: aber für uns sind sie kein Quatsch, für uns sind sie unsere Realität – und wir müssen uns dafür auch nicht verurteilen. Wir alle haben sie. Das dürfen wir zunächst einfach mal annehmen und akzeptieren. Diese Überzeugungen haben wir in der Regel aber nur, wenn wir in einem gewissen Umfeld sind: in unseren gewohnten Strukturen eben. Kennst du das, dass du ein bestimmtes Kleid zu Hause nicht anziehen magst, weil du denkst, deine Kollegen würden dich komisch finden, wenn du damit herumläufst? Und dann nimmst du das Kleid aber mit in den Urlaub, wo dich keiner kennt, und trägst es stolz durch die Innenstadt deines Urlaubsorts? Warum ist das so? Weil du dort, im Urlaub frei von den Bewertungen anderer, dir nahestehender Personen, bist. Nun, mit der Natur ist es so ähnlich, nur noch intensiver: im Urlaub würdest du dich trauen das knallige Kleid anzuziehen – in der Natur würdest du dich sogar trauen nackt herumzulaufen, weil du keine Angst vor Blicken haben brauchst. Hier urteilt niemand über dich. Kein Baum. Kein Eichhörnchen. Du könntest dich mit pinker Schminke von oben bis unten anmalen und wie ein Känguru durch den Wald hüpfen: es wäre den Bäumen egal. Du bist hier frei.

Frei von Erwartungen, frei von Ansprüchen, frei von Verpflichtungen – das ist es, was die Natur so heilsam macht.

Frei von Erwartungen, frei von Ansprüchen, frei von Verpflichtungen. Und das ist es, was die Natur so heilsam macht. Du darfst hier einfach sein. Du darfst einfach genauso so sein wie du bist, mit all deinen Erfahrungen, mit deiner ganzen Geschichte, mit all deiner Trauer, mit all deinem Frust. Du darfst hier weinen, schreien oder Bäume umarmen: niemand hier urteilt über dich. Hier darfst du dich wieder mit dir selbst verbinden. Hier darfst du in dich hineinfühlen und spüren: was brauchst du wirklich? Was sagt deine Seele?


Dadurch, dass wir in der Natur freier sind und eher mit unseren Emotionen in Kontakt kommen, kann es sein, dass neben einer Menge Frieden auch Schmerz an die Oberfläche kommt: wir öffnen uns in der Natur und das sich-öffnen bringt auch Aspekte an die Oberfläche, die wir vielleicht im Alltag gar nicht sehen (wollen). Aber gleichzeitig bietet die Natur die Chance, sich auf das, was wirklich zählt, zu besinnen. Wir weinen vielleicht plötzlich, während wir im Wald stehen: und gleichzeitig merken wir, dass es okay ist. Dass es okay ist, dass der Schmerz da ist und dass er da sein darf. Der Schmerz darf da sein und wir dürfen trotzdem auch glücklich sein. Wir können traurig sein und gleichzeitig die Schönheit einer Welle oder eines Baumes genießen. Wir merken, dass es möglich ist und sind so in der Lage uns selbst weiterzuentwickeln.

Wir können traurig sein und gleichzeitig die Schönheit einer Welle oder eines Baumes genießen.

Die Natur erneuert sich selbst ständig. Sie lebt im permanenten Kreislauf; auf den kalten Winter folgt der Frühling, dann kommt der Sommer und der Herbst und es geht immer weiter. Blätter fallen von den Bäumen, werden zu neuer Erde aus der neue Bäume wachsen, die wieder ihre Blätter verlieren … die Natur erschafft sich neu: und das können wir auch! Du hast einen Verlust erlitten und das ist schmerzhaft, dir wurde etwas genommen, was du geliebt hast; aber es geht auch weiter; du atmest, du siehst die Schönheit der Natur, du hast Menschen an deiner Seite die dich lieben, du bist nicht allein, das Rad dreht sich weiter, der Kreislauf geht weiter. Tage kommen, Tage gehen und irgendwann wird auch bei dir wieder Frühling sein.

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Noch etwas möchte ich zum Thema Natur sagen: sicherlich hast du bereits davon gehört, wie wichtig es ist, dass wir dankbar sind, für das, was wir haben, anstatt uns darauf zu konzentrieren, was wir nicht haben? Diese Theorie kommt aus der positiven Psychologie und hat mittlerweile an großer Beliebtheit und auch an Akzeptanz gewonnen. Das ist großartig, denn auch ich persönlich habe erlebt, wie viel sich im Leben verändert, wenn man anfängt, dankbar zu sein; für die Kleinigkeiten und für die Großigkeiten. In der Natur fällt es uns oft besonders leicht, dankbar zu sein.

Wie wunderschön ist es, die Sonne auf der Haut zu spüren? Wie wunderschön ist es, die Rinde eines Baumes zu berühren, wie wunderschön ist es, an einer Blume zu riechen? Ich könnte hier noch ewig viel mehr Beispiel bringen. Es ist in der Natur so viel leichter sich in einen Zustand tiefer Dankbarkeit für das hier und jetzt zu bringen, als es ist, wenn wir zu Hause oder in unserem Büro sind. Ja, auch hier können wir ganz bewusst dankbar sein, für das, was wir haben: den Becher Kaffee, die schöne Zimmerpflanze, die netten Kollegen … es fällt nur manchmal einfach etwas schwerer. Im Wald oder am Meer dagegen kommt das Gefühl der Dankbarkeit oft ganz von allein und hilft uns, seelischen Schmerz und Trauer zu heilen.

Im Wald oder am Meer kommt das Gefühl der Dankbarkeit ganz von allein und hilft uns, seelischen Schmerz und Trauer zu heilen.

Ich bin mir sicher, es gibt einen Aspekt der Natur mit dem du dich besonders verbunden fühlst: ein See oder Fluss, ein Berg oder auch eine besondere Pflanze. All dies kann für dich genau den gleichen heilenden Effekt haben, wie das hier beschriebene Meer oder die Bäume. Verbinde dich in schwierigen Zeiten mit deiner Lieblings-Blume, mit einem Berg, mit einem See: entweder in dem du dich physisch dorthin bewegst oder indem du sie dir vor deinem inneren Auge vorstellst. Und dann lass dich von Mutter Natur heilen.